Analyse Social Web
Monitoring mit frei verfügbaren Quellen – Ein Vergleich
Die Internetnutzer müssen in der Lage sein innovative und kontroverse Themen wahrzunehmen, zu reflektieren und ihr Verhalten entsprechend zu koordinieren. In ihrem Beitrag „Zwischen Schwarmintelligenz und sozialer Nebelkerze“ [1] diskutieren Jan Krone und Boriana Gueorguieva die Chancen neuer kommunikativer Möglichkeiten in onlinebasierten sozialen Netzwerken. Ihr Fazit ist ernüchternd, statt Aufwärtsspirale durch Wissenskapital droht das Ertrinken in einer Flut aus Banalität [1]. Es gilt sprichwörtlich die „Nadel im digitalen Heuhaufen“, den innovativen Gedanken innerhalb der Flut an Informationen zu finden. Die technischen Neuerungen bieten den Nutzern „Publizität“ und Partizipation am Meinungsbildungsprozess. Entscheidende Funktionen klassischer Massenmedien, wie Orientierung und vor allem Selektion, werden jedoch nicht erfüllt [2]; [3]. Diese Aufgaben muss der Internetnutzer selbst übernehmen. Bereits heute stehen hierfür eine Vielzahl frei zugänglicher Such- und Navigationshilfen im Bereich der „Social Media“ zur Verfügung. Allerdings ist bislang in vergleichender Perspektive wenig über deren Leistungsfähigkeit bekannt. Der folgende Beitrag versucht in zwei Teilen anhand einiger beispielhafter Suchanfragen diese meist internationalen Meta-Medien im Bereich der „Social Media“ für den deutschsprachigen Raum sowohl für Video- als auch Textbeiträge zu vergleichen.
Teil 1: „Ein Clip sagt mehr als tausend Worte…“
Videodateien erfreuen sich bei den Internet-Nutzern größter Beliebtheit. Bereits im Jahr 2007 machten Videos rund 60 Prozent des Internet-Datenverkehrs aus. Einige Schätzungen prognostizieren zukünftig eine Steigerung auf bis zu 90 Prozent [4]. Blickt man auf Deutschland, so sahen sich im Jahr 2009 62 Prozent aller Onlinenutzer mindestens gelegentlich Videos im Internet an [5]. Dabei rangieren Videoportale bei deutschen Nutzern sowohl bei Aufrufen als auch bei der Nutzungsdauer auf sehr prominenten Rängen, oft noch vor den Angeboten klassischer Fernsehsender [6]. Hierbei ist es jedoch interessant zu wissen, ob die frei verfügbaren Suchhilfen in der Lage sind diese Anbieter themenspezifisch miteinander zu vergleichen. Die folgenden Ausführungen geben einen Einblick in die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Meta-Navigatoren. Dabei werden drei exemplarische Suchthemen genutzt, um die Qualität der Suchergebnisse vergleichen zu können[1]. Die folgenden Ausführungen können selbstverständlich keinen Anspruch auf Repräsentativität und Vollständigkeit erheben.
Suchabfrage 1: Staatsbesuch von Queen Elisabeth II.
Während des Amerika-Besuchs von Queen Elisabeth II. im Jahre 2007 sorgte ein Versprecher von Präsident Bush für einen heiteren Zwischenfall. Bush täuschte sich bei der Jahreszahl und hätte einen Staatsbesuch der Königin beinahe um 200 Jahre vorverlegt [7]; [8].
Suchabfrage 2: Unfall bei „Wetten, dass..?“
Der 23-jährige Student Samuel K. verunglückte in der ZDF-Live-Sendung „Wetten, dass..?“ am 3. Dezember 2010 schwer, als er versuchte mit Sprungfedern über Autos zu springen, die auf ihn zufuhren.
Suchabfrage 3: Dioxin Skandal
Nach Angaben der Bundesregierung sind im Zeitraum vom 12. November bis 23. Dezember 2010 bis zu 3.000 Tonnen belastetes Futterfett ausgeliefert worden. Insgesamt könnten zwischen 30.000 und 150.000 Tonnen Futtermittel belastet sein [9].
Vergleich der Video-Suchmaschinen
Nutzerfreundlichkeit
Die zum AOL-Konzern gehörende Suchmaschine truveo.com ist eine der größten Video-Suchmaschinen im Internet [10]. Sie zeichnet sich durch eine übersichtliche Gestaltung und einfache Bedienung aus.
Auf blinkx.com werden dem Nutzer zahlreiche Videostreams sowie diverse Kategorien angezeigt. Dem Nutzer bietet dies jedoch keine Orientierung, da die einzelnen Videos nicht detailliert wahrgenommen werden können, zudem richten sich die Beiträge an eine englischsprachige Zielgruppe mit divergierenden Themenagenden [15].
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